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Ratgeber Terrassendielen - Kaufkriterien und die dazu passenden Materialien

Spielen Sie mit dem Gedanken, sich in naher Zukunft eine Terrasse mit Dielen aus Holz oder ähnlichen Werkstoffen zu verlegen? Dies ist grundsätzlich eine gute Idee! Eine Terrasse aus Holz sorgt für echte Urlaubsgefühle, man fühlt sich wie an Deck eines Schiffs und genießt stilvoll das schöne Wetter. Mit einer Terrasse – ob direkt am Haus oder auch als Freideck – schaffen Sie sich einen abgegrenzten Raum zum Entspannen und Genießen. Steht der Wunsch erst einmal, sich eine Terrasse zuzulegen, fangen die großen Fragen an. Soll es eine Terrasse aus Holz sein, und wenn ja, welche Holzart sollte man wählen? Worin liegen dort die Unterschiede, und wie begründen sich die oftmals großen Preisunterschiede zwischen einzelnen Holzarten? Was hat es mit diesem Thermoholz auf sich? Oder sollte es doch lieber eine Terrasse aus diesem WPC sein, oder gar aus BPC oder Reisschalen? Und nach welchen Kriterien sollte ich meine Entscheidung treffen? In unserem Ratgeber helfen wir Ihnen weiter!

Worauf kommt es an beim Terrassendielen-Kauf?

Die einfachsten Fragen beim Terrassendielenkauf können Sie sich noch selber beantworten: Welche Optik gefällt mir, und wie viel Geld möchte ich dafür budgetieren? Letzteres sollten Sie sich aber grundsätzlich etwas offen lassen, denn mehr Investition bedeutet in der Regel auch längere Haltbarkeit. Hier sollten Sie dafür sorgen, dass Wunsch und Wirklichkeit so weit wie möglich zusammenfinden (dazu gleich mehr). Ein subjektives Kriterium beim Kauf ist die Vorliebe für bestimmte Materialien. Soll es aus Prinzip 100 % massives Holz sein, oder reicht es mir, dass die Dielen wie Holz aussehen, aber aus einem Verbundstoff auf Basis natürlicher Inhaltsstoffe gefertigt wurden? Wie wichtig ist mir die Ökobilanz der Dielen? Bin ich bereit, einen regelmäßigen Pflegeaufwand zu betreiben, oder suche ich eine bequeme pflegeleichte Lösung? Welche Terrassenmaterialien bei welchen Kriterien besonders gut abschneiden, dazu kommen wir später. Doch betrachten wir zuerst den in den meisten Fällen wichtigsten Faktor.

Kriterium Langlebigkeit und Dauerhaftigkeit

Eine Terrasse gehört zu den meistbeanspruchten Gartenholzprodukten. Sie muss regelmäßigen Publikumsverkehr und zum Teil schwere Möbel aushalten und bekommt alle Witterungseinflüsse der verschiedenen Jahreszeiten voll ab. Die Wechsel von Feuchtigkeit und Temperatur, welche durch den klimatischen Wandel immer extremer werden, verlangen gerade von Naturmaterialien wie Holz viel ab! Feuchtigkeit kann den Nährboden bereiten für Holzschädlinge wie Pilze oder Insekten, starke Sonneneinstrahlung zu Rissbildung führen. Schon allein diese Aufzählung sollte ausreichen, um zu illustrieren, wie wichtig eine ausreichende Dauerhaftigkeit ist. Tatsächlich werden Terrassendielen, ob aus Holz oder Verbundstoffen, deshalb auch in Dauerhaftigkeitsklassen eingeteilt, von 1 (hervorragend) bis 5 (nicht dauerhaft), wobei Sie auf dem Markt schlechtestenfalls die Klasse „3-4“ erhalten. Diese Klassen stellen eine grundlegende Richtschnur dar. Individuelle Faktoren vor Ort können die Langlebigkeit allerdings positiv und negativ beeinflussen. Je nach Lage kann die Terrasse besser oder schlechter trocknen, und Feuchtigkeit ist der Hauptfeind von Holz! Eine Nord- oder Ostlage lässt z.B. weniger Sonneneinwirkung zu, aber auch Verschattungen durch Bäume oder Gebäude haben natürlich einen Einfluss. Sehr positiv wiederum ist eine Terrassenüberdachung, aber auch eine regelmäßige Reinigung und ggf. Pflege! Aus dem Mix von Dauerhaftigkeit der Terrassendiele und Ihren individuellen Bedingungen vor Ort kann der erfahrene Fachberater eine Einschätzung abgeben bezüglich der Langlebigkeit.

Kriterium Pflegebedarf und Reinigung

In unserer schnelllebigen Zeit legt man immer mehr Wert auf pflegeleichte Produkte ohne Aufwand. Ablesen lässt sich dies im Gartenbereich beim Boom der Verbundstoffe wie WPC oder auch Kunststoffen wie Polyrattan bei Loungemöbeln. Eine Holzterrasse benötigt regelmäßige Pflege, wenn man sie vor Rissen und Splitterbildung bewahren und das frische Aussehen erhalten möchte. Auch das klassische „Vergrauen“ von Holz im Außenbereich können Sie nur durch Pflege verhindern. Bei geringerer Beanspruchung, oder auch niedrigeren Ansprüchen an Optik und Zustand, kann man auch auf die Pflege verzichten, doch dies halten wir nicht für empfehlenswert. Wenn Sie schon vorher wissen, dass Ihnen Zeit und Lust zum Terrassen-Pflegen fehlen werden, setzen Sie vielleicht direkt auf Terrassendielen aus Verbundstoffen auf Holz-, Bambus- oder Reisbasis. Vergrauen und Rissbildung müssen Sie dann nicht fürchten, doch auch diese Dielen sollten Sie regelmäßig reinigen – dafür sind meist schon Wasser und Schrubber ausreichend. Übrigens: Wenn Sie die Gesamtkosten einer Terrasse aus Holz und Verbundmaterialien vergleichen, sollten Sie auf der Holzseite noch die Kosten für regelmäßige Pflege und den zeitlichen Mehraufwand hinzurechnen!

Terrassenmaterialien

Nun, da wir die wichtigsten Kriterien beim Terrassendielen-Kauf angeschaut haben, werfen wir einen genaueren Blick auf die verfügbaren Materialien und wie sie zu den genannten Faktoren passen.

Terrassendielen aus Holz
Das Naturmaterial Holz ist im Innen- und Außeneinsatz beliebt und bewährt. Je nach Holzart erweist es sich als mehr oder weniger dauerhaft. Wie schon erwähnt, bedeutet ein höherer Preis bei Holzdielen nahezu 100 % synchron eine höhere Dauerhaftigkeit bzw. Resistenz. Daran lässt sich auch ablesen, wie wichtig dieses Kriterium ist. Es geht also weniger um besonders schöne Maserungen oder Holzfarben (Ausnahmen bestätigen die Regel). Den Preiseinstieg bilden einheimische Nadelhölzer (meist Kiefer), welche durch die sogenannte Kesseldruckimprägnierung (halbwegs) wetterfest gemacht wurden. Hier sollten Sie keine allzu großen Illusionen haben bei der Langlebigkeit. Die Douglasie kommt ohne Imprägnierung aus und stellt einen soliden Standard dar, ebenso die sibirische oder europäische Lärche. Die mittlerweile in Europa heimische Robinie ist das widerstandsfähigste einheimische Holz und überzeugt mit Langlebigkeit, aber auch einem geringen Quell- und Schwindverhalten (das „Arbeiten“ des Holzes durch klimatische Einflüsse).
Hölzer aus Übersee überzeugen bekanntermaßen durch eine besonders ausgeprägte Dauerhaftigkeit, müssen sie sich doch unter extremen klimatischen Bedingungen behaupten. Hierzu gehört das bekannte Bangkirai, oder auch Garapa und andere. Achten sollte man hier auf den Bezug aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft!

Thermoholz-Dielen
„Thermisch modifiziertes“ Holz stellt eine interessante Alternative dar zu Hölzern aus Übersee. Durch ein Hitzeverfahren, welches komplett ohne Chemie auskommt (im Gegensatz etwa zur Kesseldruckimprägnierung), erhalten einheimische Hölzer wie Esche, Kiefer oder Buche eine deutliche Erhöhung der Widerstandsfähigkeit, welche mit robusten Tropenhölzern mithalten kann. Gleichzeitig entsteht eine sehr markante dunkle Holzfärbung. Thermoholz überzeugt durch seinen ökologischen Mehrwert in Kombination mit exzellenter Haltbarkeit. Wie auch Dielen aus „normalem“ Holz muss auch Thermoholz geölt werden, um ein Vergrauen zu verhindern. Aufgrund einer höheren Sprödigkeit benötigt es außerdem geringere Abstände bei den Unterkonstruktionselementen.

WPC-Dielen
Seit mittlerweile vielen Jahren ist der Run auf WPC-Dielen ungebrochen. Sie bestehen zu einem hohen Anteil aus Holzfasern (50-75 %), verbunden mit Polymeren und Additiven zu einem Werkstoff mit authentischer Holzoptik. WPC überzeugt durch beste Widerstandswerte und kommt ganz ohne regelmäßige Pflege aus. Neben authentischen Holzoptiken gibt es WPC auch in anderen dezenten Farben wie Grafit, Grau und anderen Tönen. Besonders die WPC-Topmarken überzeugen mit absoluter Barfußtauglichkeit! Auch andere Gründe sprechen bei WPC dafür, auf Fachhandelsqualität zu setzen, etwa die Beständigkeit der Farben und Optik. WPC gibt es sowohl massiv als auch mit Hohlkammerprofil. Massive Dielen sind hier dimensionsstabiler und robuster, aber auch schwerer und teurer in der Anschaffung.

BPC-Dielen
Alles oben Genannte trifft auch auf BPC-Dielen zu, mit dem einzigen Unterschied, dass statt Holzfasern Bambusfasern als Grundlage für den Verbundstoff dienen. Das Bambusgras zeichnet sich aus durch ein erstaunlich schnelles Wachstum (bis zu 1 Meter am Tag!), somit ist es ein ökologisch sehr interessanter Werkstoff. Bambus ist auch sehr lichtbeständig. Allerdings gilt sowohl für WPC- als auch BPC-Dielen, dass sich diese abhängig vom Kunststoffanteil im Sommer mehr aufheizen als Dielen aus Holz.

Dielen auf Reishülsenbasis
Bei der Suche nach geeigneten Ausgangsstoffen für Verbundmaterialien ist man auch auf Reisschalen gestoßen, ein eh vorhandenes Restprodukt der Reisherstellung. Die natürliche Aufgabe der Reisschale besteht darin, das Reiskorn durch natürliche Wachse vor Hitze und Feuchtigkeit zu schützen. Diese Eigenschaften sind natürlich genau das, was man auch bei Terrassendielen sucht – somit hat man hier einen hervorragend geeigneten Werkstoff für die Terrasse, ökologisch wertvoll und dauerhaft! Dielen auf Reisbasis lassen sich neben einer natürlichen Holzoptik auch sehr gut durchfärben und weisen auch eine hohe Rutschfestigkeit auf. Haben Sie noch weitere Fragen, oder möchten Sie die verschiedenen Terrassendielen im Original erleben und vergleichen? Als Holzfachhandel für den Großraum um Tübingen, Böblingen und Reutlingen bieten wir Ihnen eine umfassende Ausstellung und stehen für tiefergehende Fragen zum Thema Terrasse gerne zur Verfügung!